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Werner Huthmacher
© Werner Huthmacher
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Zentrum für Mikrosysteme und Materialien

Der klar gegliederte Baukörper des neuen Zentrums für Mikrosystemtechnik steht im Kontrast zu einer stark ­bewachsenen Grünzone und hebt sich so deutlich von seiner Umgebung ab. Die gläserne Eingangshalle orientiert sich zu der Grünfläche hin, bildet zu ihr ­einerseits eine klare Kante und baut andererseits Kontakt zwischen Laborwelt und Natur auf. Bereits bei der Erschließung des Gebäudes entsteht auf diese Weise ein reizvolles Spannungs­verhältnis zwischen organischer und anorganischer Materie.

Als Ost-West-Passage ausgebildet, bietet die Halle Zugangsmöglichkeiten von beiden Seiten des Grundstücks. Sie dient mit einer offenen Treppenverbindung, einem Aufzugskern und der Anbindung an verschieden große Mietermodule als kommunikatives Zentrum des ­Gebäudes. Räumliche Aufweitungen und Ver­eng­ungen schaffen abwechslungsreiche Sequenzen und kontrastieren nüchtern gegliederte Labortrakte mit lebendigen Aufenthaltszonen. Dies wird durch die Materialwahl verstärkt – Teeküchen­modul, Freitreppe und Aufzugskern sind mit messingfarbener Eloxalbekleidung versehen, während Wände und Decken durch ihre Stahlbetonoberfläche auf eine raue Haptik hindeuten. Die vier klar gegliederten Labortrakte bauen hierzu mit kammerartigen ­Strukturen ein ­räumliches Gegengewicht auf und bewahren durch die Verbindung der einzelnen Bauteile dennoch eine Zusammen­gehörigkeit der gesamten Gebäudestruktur.

Auch die Fassade spiegelt ­Homogenität wieder. Die horizontale, bandartige Struktur aus langgestreckten Hüllen­elementen verbindet die einzelnen Trakte sowie die gläserne Ost-West-Halle und bildet dadurch einen zusammen­hängenden Baukörper. Die Verwendung von anodisiertem Aluminiumblech in vier verschiedenen ­Natureloxaltönen, welche je nach Lichteinfall unterschiedlich ­changieren, ergibt in Verbindung mit einem Hervortreten der Profile ein lebendiges Gesamtbild. Die ­Verwendung ­perforierter hinterlüfteter Metall­leicht­bauplatten in der Fassaden­ebene ­ermöglicht trotz Reduzierung der Fenster­flächen eine Nacht­auskühlung durch automatisch öffenbare ­Fenster ­hinter der Fassade. Aufgrund der ­geringen Fensterflächen in den vier Gebäude­trakten sowie der Orientierung der verglasten Ost-West-Halle nach ­Norden, wird trotz einer maximalen Transparenz lediglich eine geringe Anzahl von Verschattungselementen benötigt.

Das gesamte Fassadenkonzept unter­streicht noch einmal deutlich den ­architektonischen Kerngedanken des Projekts: einen zusammenhängenden Baukörper zu schaffen, der dennoch ­einen Kontrast zwischen ­nüchterner Labor­welt und lebendiger Natur ­vermittelt.

© Werner Huthmacher
© Werner Huthmacher
Baujahr
2011
Bauherr
WISTA Management GmbH
Fläche
12.500 m² BGF
Standort
Rudower Chaussee 17
12489 Berlin
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung: Krebs und Kiefer Berlin; TGA: Zibell Ingenieur AG Stuttgart; Außenanlagen: Stefan Bernard Landschaftsarchitekten; Fotografie: Werner Huthmacher

BHBVT

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Leuschnerdamm 13
10999 Berlin
Deutschland

pbr Planungsbüro Rohling AG

pbr Planungsbüro Rohling AG
Albert-Einstein-Straße 2
49076 Osnabrück
Deutschland

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