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E. Sönnecken
© E. Sönnecken
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Vicco-von-Bülow Gymnasium Stahnsdorf

Das dreizügige Vicco-von-Bülow Gymnasium in Stahnsdorf von sander.hofrichter architekten Berlin wurde im Rahmen des Konjunkturpakets II zum Schuljahr 2013/2014 für rund 550 Schüler neu errichtet. Mit dem Bau der Ganztagsschule sollte ein Ort entstehen, der die Möglichkeit zu unterschiedlichen Formen des Lernens und des ­Unterrichts sowie des Austausches und der ­Erholung bietet.

Das Gebäude befindet sich im südwestlichen „Speckgürtel“ Berlins, in dessen Umfeld sich südöstlich des ­Baukörpers grüne Freiflächen, nördlich eine Außen­sportanlage und westlich Einfamilienhausbebauung anordnen. Über einen vorgelagerten Eingangsplatz wird die Erschließung des Schulgebäudes ­ermöglicht, wohingegen sich der Komplex selbst in die Tiefe des Grundstücks ausbildet. Im Versatz dazu befindet sich die zugehörige Zwei-Feld-Sporthalle, welche zusätzlich zu der anliegenden Außen­sportanlage mit einem Sport­verein geteilt werden kann. Hinzu kommt die Möglichkeit, eine Dreiteilung der ­Halle durch Trennvorhänge vorzu­nehmen.

Das Schulgebäude selbst ist aufgeteilt in den öffentlichen Teil im Erdgeschoss, welcher Aula, Bibliothek, Cafeteria und Verwaltung beinhaltet und den Lehrbereich im Obergeschoss, in dem allgemeine und Fachunterrichtsräume untergebracht sind. Die besondere Verbindung der Bereiche wird durch versetzt angeordnete, horizontal und vertikal verschobene Lichthöfe ­geschaffen.

© E. Sönnecken
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So werden Sichtbezüge zwischen den Geschossen hergestellt, wobei sich durch die Verschiebungen Ausweitungen ergeben, welche im Erdgeschoss als ­Pausenflächen genutzt werden können und im Obergeschoss als Arbeitsplätze und Lernnischen fungieren. Anstelle von klassischen Flurbereichen entstehen somit Raumabfolgen, die sich weiten und wieder verengen und dazu geeignet sind, weitere Funktionen zu übernehmen. Außerdem sieht das Konzept des Entwurfs vor, unterschiedliche Raum­nutzungen und individuell nutzbare Räume für Schüler und ­Lehrer zu schaffen, die eine pädagogische Kon­zeptentwicklung zulassen und eine positive Atmosphäre vermitteln. Damit einhergehend wurde auf eine optimale Verbindung von Konstruktion, ­Materialität und Farbigkeit hinsichtlich Nachhaltigkeit und Langlebigkeit des Schulgebäudes geachtet. Eine weitere Besonderheit ist der Passivhausstandard, der im gesamten Komplex eingehalten wird.

Der kompakte Baukörper schafft durch räumliche und atmos­phärische Vielfalt in Architektur und ­Freianlagen nicht nur einen angenehmen Lern- und Lehralltag für Schüler und Lehrer, ­sondern entspricht auch durch ver­schiedene umweltschonende ­Maßnahmen seinen hohen energe­tischen Anforderungen. Offenheit und Transparenz bestimmen die Gestalt des Schulbaus, wobei die klare Struktur des Raumgefüges nicht beeinträchtigt wird.

Baujahr
2013
Bauherr
Landkreis Potsdam-Mittelmark
Fläche
Schule: 2.000 m² BGF, Sporthalle: 7.000 m² BGF
Standort
Heinrich-Zille-Straße 30
14532 Stahnsdorf
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung: Krebs und Kiefer; TGA: Günther Ingenieure; Fotografie: E. Sönnecken, N. Giese

sander.hofrichter architekten GmbH

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14199 Berlin-Wilmersdorf
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