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S. Baumann
© S. Baumann
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Schulungsgebäude Forststützpunkt Calmbach

In Calmbach sollte im Jahr 2010 für den forstlichen Hauptstützpunkt ein neues Seminar- und Schulungszentrum mit angegliederter Werkstatt im Erdgeschoss entstehen. Aufgrund der hügeligen, dicht bewaldeten Lage im nördlichen Schwarzwald und des relativ eng bemessenen Grundstücks entschieden sich die Architekten für einen dezent geschwungenen Baukörper, der sich fast unmerklich in das dortige Landschaftsbild integriert. Dieser Entwurfsgedanke wurde durch eine komplett ­umlaufende ­Ummantelung aus Holzschindeln, ­welche einen ­weiteren Bezug zum Rohstoff des Standorts herstellt, nochmals verstärkt. Das Dach wirkt so wie eine fünfte ­Fassade, sodass das Gebäude als Ganzes wahrgenommen wird und die Grenzen zwischen den beiden Bauteilen scheinbar aufgehoben werden. Zusätzlich schaffen die Architekten so einen Bezug zu der typischen Großform der landwirtschaftlichen Nutzgebäude des Schwarzwalds.

In dem zweigeschossigen ­Gebäude sind auf 335 m² Nutzfläche neben Schulungsräumen auch eine Werkstatt inklusive der nötigen Nebenräume sowie einige Büroflächen untergebracht. Auch im Innern bleibt durch zum Teil variierende Bodenniveaus die leichte Hanglage des Gebäudes ­erlebbar. Der Raum selbst fungiert in dem Entwurf als „dritter Pädagoge“ und verdeutlicht, wie wichtig eine ­angenehme Lernumgebung für einen erfolgreichen Lernprozess sein kann. Die Verbindung von Theorie und Praxis in einem Gebäude unterstreicht ­diese Rolle. Auch aus diesem Grund war es den Architekten wichtig, dass der moderne Baustoff Holz nicht nur in der Fassade, sondern auch bei Tragwerk, Rohbau sowie Ausbau Verwendung fand. Das gesamte Gebäude, welches auf einer tragenden Bodenplatte gegründet ist, wurde mit Ausnahme des massiven Treppenhauskerns in Holz­ständerbauweise errichtet. Da die Wandelemente zum Großteil als fertige Holztafeln zur Baustelle geliefert wurden und auch beim Dach und den Geschoss­decken Lignatur-Flächenelemente zum Einsatz kamen, konnte die Bauzeit vor Ort optimiert werden. Das Gebäude nimmt durch die Verwendung von nachwachsenden Baustoffen jedoch nicht nur beim Bau selbst eine Vorbild­funktion ein, auch die technischen Anlagen stehen für eine nachhaltige Forstwirtschaft. So wird das Gebäude über eine Holz-Pellet-Anlage beheizt und das Brauchwasser über bündig in die Dachfläche eingelassene ­Solarkollektoren erwärmt. Dennoch ist das Schulungs­gebäude aufgrund des relativ engen Kostenrahmens in seiner inneren ­Struktur und der ­Detaillierung weitgehend schlicht gehalten.

© D. Altenkirch
© D. Altenkirch
Baujahr
2010
Bauherr
Forst BW, vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Pforzheim
Fläche
335 m² NF
Standort
Kepplerstraße
Bad Wildbach-Calmbach, Enztal/Schwarzwald
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung: G. Lachenmann, Vaihingen / Enz; Fotografie: Dirk Altenkirch , S. Baumann

baurmann.dürr Architekten

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