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Toni Vogt
© Toni Vogt
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Multimediakomplex der Hochschule für Musik in Karlsruhe

Seit 1989 befindet sich die ­Hochschule für Musik auf dem ­Gelände des Otto-Dullenkopf-Parks in der ­Karlsruher Oststadt. Die Campus­gebäude ­wurden ringförmig um den Vorplatz des wieder­aufgebauten ­renaissancistischen ­Schlosses Gottesaue geplant, welches dank dieser Raumaufteilung seine exponierte Stellung in dem Park weiter beibehalten kann.

2013 wurde der Campus um einen ­modernen Multimediakomplex ­erweitert, welcher das Areal auf der Nordseite abschließt und sich seitlich zu dem Schlossgebäude einordnet. Sein ­klarer rechtwinkliger Schnitt hebt sich so ­unaufdringlich von dem alten pittoresken Bestand ab und ermöglicht einen un­ein­geschränkten Blick auf das Schloss und seine Freiflächen. Der ­Großteil der Fassade ist mit ­Elementen aus glänzend-rostbrauner Keramik ­verkleidet, die eine fesselnde raue Oberflächenstruktur erzeugen. Ausgeglichen wird diese sehr haptische Wirkung durch Flächen aus glattem, weißen Putz, wie sie am Portal und am Bühnenturm zu finden sind, der über den dreistöckigen Bau hinausragt.

Der Eingang befindet sich in einem ­Gebäudeeinschnitt, welcher durch seine asymmetrische Trichterform besondere Tiefe entwickelt. Der Sturz und die rechte Laibung sind diagonal geschnitten und erhalten so außergewöhnliches perspektivisches Potenzial. Im Erdgeschoss fungiert das Haupt­foyer als Vermittler zwischen dem nach Süden ausgerichteten ­Gebäudeteil, der den Konzert- und Theatersaal sowie zwei Probe­räume umfasst und ­einem ­schmaleren Riegel im ­nörd­lichen Ab­schnitt des Komplexes, in dem ­Garder­oben, Toiletten und Umkleiden untergebracht sind. Die beiden Obergeschosse bieten Institutsräumen der Hochschule Platz.

Über einen Durchgang unterhalb des Sendestudios gelangt man in das ­gezogene „Fugenfoyer“, das die drei Stockwerke miteinander verbindet und durch Kommunikationsplattformen, ­Galerien und Erschließungstreppen vielfältige Interaktionsräume schafft.

An der zweckmäßigen und trotzdem ­offenen und intelligenten Raum­ge­staltung wird der planerische Leit­gedanke der Architekten deutlich, der die Lernumgebung neben Studierenden und Lehrenden als „dritte Institution“ des akademischen Lebens begreift. Die ­Architektur soll sowohl die ­Identifikation mit der Hochschule unterstützen, als auch durch ihr intelligentes und ­reflektiertes Auftreten die Wertschätzung ausdrücken, die ihren Nutzern durch das Institut entgegengebracht wird.

© Toni Vogt
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Baujahr
2013
Bauherr
Land Baden-Württemberg vertreten durch VuB Amt Karlsruhe
Fläche
6.700 m² BGF
Standort
Am Schloß Gottesaue
76131 Karlsruhe
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung: Pfefferkorn & Partner; TGA: Pfeil & Koch Ingenieur­gesellschaft, IB Raible; Fotografie: Toni Vogt, Steffen Vogt , Daniel Vieser

rüdenauer-architektur

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