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Werner Huthmacher
© Werner Huthmacher
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MRT-Forschungsgebäude MDC Berlin Buch

Als Standort von vier Hochfeld-Magnet-Resonanz-Tomographen muss der Neubau des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin hohen technischen Anfor­derungen gerecht werden. Besonders Magnetfeld und Hochfrequenz des größten Scanners bedingen ein ­besonderes Maß an Abschirmung ­zwischen den Untersuchungsräumen und nach außen. Auch die solitäre Stellung auf dem Campus ist der hohen Feldstärke des Forschungsgebäudes geschuldet.

Der Innenraum wird durch den zentralen Ganzkörper-MRT strukturiert. Bewegungszonen, ­Medienerschließung und Auswertungsräume ordnen sich hinter mehreren Dämmschichten um den ­Tomographen an. Durch diese Auf­teilung kann auch die natürliche Belüftung und Tageslichtversorgung aller Arbeitsbe­reiche ermöglicht werden. Dem ursprünglichen Entwurf wurde in der ersten Bauphase ein Trakt für einen MRT zum Untersuchen von Tieren hinzugefügt und direkt nach der Inbetriebnahme ­folgte ein weiterer Bereich zur Probanden­untersuchung, der im laufendem Betrieb als zusätzliche Ebene auf den Bau gesetzt wurde.

Seine besondere Außenwirkung erhält der kubische Bau durch eine vorgestellte Hülle aus perforiertem Streckmetall, die zum einen problemlose Luftversorgung ermöglicht und zum anderen die Arbeitsräume mit gleichmäßig gefiltertem Licht versorgt. Die Fassaden-Elemente lassen sich einzeln öffnen um einen direkten Austausch zwischen Innen- und Außenraum gewährleisten zu können; sind sie geschlossen, entfaltet das Gebäude ­seine volle skulpturale Wirkung und scheint wie hinter einem Schleier zu ­liegen. Von innen lässt die Hülle trotzdem einen uneingeschränkten Blick ins Freie zu.

In seiner Funktion als translationale ­Forschungsstation ist das Tomographie-Gebäude von großem Wert für die Berliner Charité, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und das Max-Del­brück-Centrum für molekulare ­Medizin. Um die Zusammenarbeit zwischen den ver­schiedenen Fachbereichen und ihren Vertretern zu fördern, steht ausreichend Raum für wissenschaftlichen Austausch zur Verfügung. Der MDC-Campus erhält so mit dem Neubau nicht nur eine anspruchsvolle Forschungseinrichtung, sondern auch eine fachübergreifende Schnittstelle sowie einen repräsentativen architektonischen Marker an seinem Nordzugang.

© Werner Huthmacher
© Werner Huthmacher
Baujahr
2010
Bauherr
Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin
Fläche
1.800 m² BGF
Standort
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung und ­Bauphysik: Dierks, Babilon und Voigt, Berlin; Fotografie: Werner Huthmacher

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