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Jörg Schwarze
© Jörg Schwarze
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Molekulare Pflanzenwissenschaften

Wenn Architektur Räume für natur­wissenschaftliche Forschung schafft, sind die erfolgreichsten Ergebnisse ­begründet in einem Wissensaustausch, der in der frühesten Planungsphase beginnt und am fertigen Objekt noch in den kleinsten Details wiederzukennen ist. Mit ­seinem stimmigen, hinter schlichter Eleganz zurücktretenden, Gesamtkonzept ist das Gebäude der molekularen Pflanzenwissenschaften der Leibniz Universität Hannover ein ideales Beispiel für an­sprechende Architektur, die alle ­räumlichen, technischen und energe­tischen Ansprüche ihrer End­nutzer ­erfüllt. Es sind Aspekte der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, die bei der genaueren Betrachtung des Laborgebäudes ins Auge fallen, denn Form, Schnitt und Aufbau des Neubaus sind das Ergebnis genauster energetischer Planung. Die Entscheidung für eine zweigeschossige Bauweise in recht­eckiger Form resultiert aus dem so ent­stehenden sehr guten Verhältnis der Fläche zum Volumen des Baukörpers (­A/V-Verhältnis), das hier bei unter 0,3 liegt und so eine ideale energetische Nutzung des Baugrunds bedeutet. Auch die Aufteilung der Trennwände innerhalb der Raumeinheiten ist sehr bewusst nach dem für Labore geltenden Rastermaß für Bewegungsflächen von 1,15m gewählt und wurde so bei der Planung auch direkt auf die Gliederung der Fassaden­elemente übertragen.

Die Forschungseinrichtung liegt durch die zentrale Wärmerück­gewinnung aus der Abluft 30% unter der gesetz­lichen Energieeinsparverordnung und kann aufgrund des geringen Anteils an Fensterflächen gute energetische Werte verzeichnen. Trotz des ­reduzierten Fenster­anteils wurde die ­Fassade vollständig aus gefärbten Glaselementen realisiert. Drei Grün­töne schaffen eine ausge­wogene Farb­wirkung, die optisch auf jedes Wetter und jede Jahreszeit ­reagiert. Der Neubau emanzipiert sich mit dieser Gestaltung vom charakteris­tischen Gelbton, mit dem das nahge­le­gene klassizistische Schloss Herrenhausen einen Großteil der umliegenden Bebauung geprägt hat und orientiert sich mit Farbe, Material und Bauhöhe an der ebenfalls für das Gelände prägenden Optik der Gewächshausanlagen. Zusammen mit den beiden bepflanzten Innenhöfen wird dem ­wissenschaftlichen Charakter so eine natürliche Note hinzugefügt, die sich positiv auf das Arbeitsklima und das Wohlbefinden der Wissenschaftler auswirkt. Die Höfe sollen außerdem, zusammen mit dem ebenfalls naturnah in Szene gesetzten Vorplatz, Kommunika­tionszonen schaffen, die ein Gegengewicht zu dem fokussierteren Austausch innerhalb der Labore bieten.

© Jörg Schwarze
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Baujahr
2014
Bauherr
Staatliches Baumanagement Hannover
Fläche
5.366 m² BGF
Standort
Herrenhäuser Straße 2
30419 Hannover
Deutschland
Beteiligte
Statik: Homes, Heinemann & Partner; Labor/Raumlufttechnik: Ing.-Büro Wolf + Weiskopf; Elektrotechnik: Ing.-Büro Marquardt + Stegmann; Heizung/Sanitär: Ing.-Büro Grabe; Fotografie: Jörg Schwarze

tönies + schroeter + jansen

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