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Norbert Miguletz
© Norbert Miguletz
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Integrierte Gesamtschule Stierstadt

Der zentrale pädagogische Leitspruch „Individuum und ­Gruppe“ ­konnte beim 2011 beginnenden Neubau- und Sanierungsplan der Integrierten Gesamtschule Stierstadt auch in einem konsequenten Raum­konzept umgesetzt werden.

Der erste Bauabschnitt sah sechs Erweiterungs­gebäude für die Sekundarstufe I vor, die sich am Hang zueinander höhenversetzt anordnen; die Generalsanierung des darüber ­angesiedelten Schul-Altbaus war für den zweiten Bauabschnitt des Projekts angesetzt. Zwischen Bestand und Neubauten wird das Gelände durch eine zentrale Schulstraße erschlossen, an die sich im Osten die Sporthalle und das ebenfalls neue Grundschulgebäude anschließen. Zudem bieten die unbebauten Zwischenräume vielfältige Nutzungsmöglich­keiten für Freizeit und Unterricht. Je zwei Gebäude teilen sich einen gemein­samen Gartenhof, der von den jeweiligen Schülern eigenständig bewirtschaftet wird. Die übrige Fläche gliedert sich in drei ebenfalls eigenständige Pausenhöfe und Zugangsbereiche und unterstützt so gleichermaßen die Individualität und die Vernetzung der sechs Cluster-Häuser.

Dem Entwurf liegt die Idee von ­einzelnen Jahrgangsstufenhäusern zugrunde, die auf insgesamt 36 Klassen- und sechs Differenzierungsräumen Platz für etwa 900 Schüler bieten. In jedem Modul ist zudem ein eigener Lehrer­bereich sowie Technik- und Sanitärräume eingeplant, sodass sich ein konsistentes Ensemble aus eigenständigen Schul­gebäuden ergibt.

© Norbert Miguletz
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Die Außenwände der einzelnen Körper wurden mit zweischaligen Stahlbeton­fertigteilen realisiert, wodurch die ­Bauzeit auf insgesamt 14 Monate ­reduziert werden konnte. An den Eingangs­fassaden sind dagegen aus­gewählte Bauteile in der charakteristischen Farbe des jeweiligen Clusters gehalten, die auch in den Treppen­räumen, Fluren und Klassen im Inneren zur Anwendung kam. Die Objekte erhalten auf diese Weise eine persönliche Note, die auch in den Foyers für eine angenehme Atmosphäre sorgt und die Gemeinschaftsräume als einladende Lern- und ­Aufenthaltsbereiche ­qualifiziert. Für guten Raumklang sorgen Baffeldecken und Akustik­wände und durch Baukerntemperierung sowie moderne Flächenheizungs- und Kühl­systeme kann 95% der benötigten ­Wärme zurückgewonnen werden.

Der Entwurf stellt eine ­intelligente Weiter­entwicklung des Campus-Gedanken in ein schulisches Umfeld dar. An die Stelle von stark individualisierten Einzelbauten treten mit den Cluster-Häusern sich ebenbürtige Schulgebäude, welche jedem Jahrgang die gleiche Ausstattung und das selbe Maß an Aufmerksamkeit zusichern. Dem weitläufigen Gelände der Gesamt­schule konnte so ein leistungsstarker und ­sensibler Komplex hinzugefügt werden, der ihrem zentralen ­pädagogischen Grundgedanken gestalterisch wie ­konzeptionell gerecht wird.

Baujahr
2011
Bauherr
Landratsamt ­Hochtaunuskreis (HTK)
Fläche
5.600 m² BGF
Standort
Kiesweg 17-19
61440 Oberursel-Stierstadt
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung: TP - Thürauf + Partner, Frankfurt am Main; TGA: HLS GmbH, Nidda; Fotografie: Norbert Miguletz

Christl + Bruchhäuser GmbH

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Neue Kräme 26
60311 Frankfurt am Main
Deutschland

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