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Matthias Michel
© Matthias Michel
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Integrativer Kindergarten

Bei der Planung einer Betreuungs- und Lerneinrichtung für Kinder im Vorschul­alter muss sich die Architektur verständlicherweise auf eine von Schul- und Universitätsbauten deutlich zu ­unterscheidende Raumwahrnehmung seitens der Nutzer einstellen. Unkomplizierte Orientierung und klare Ablesbarkeit der Raumfunktionen, genau wie eine freundliche und spielerische Atmosphäre, stehen hier viel stärker im Vordergrund als es bei Bauten höherer Bildung der Fall ist. In diesem Kontext liefert die Werkgemeinschaft Quasten – Mundt ein Konzept mit Exempelcharakter – der integrative Kindergarten Greven­broich-Gustorf zeigt mit seinem besonderen Anspruch auf Barrierefreiheit eine zukunftsweisende Lösung.

Der zweigeschossige Bau befindet sich auf einem ehemaligen Schwimmbadgelände in direktem Anschluss an eine Grundschule; so wird die ­unmittelbare Beziehung zu der nächsthöheren ­Bildungsstätte gehalten und trotzdem durch intelligente Angliederung des Spielplatzes in Richtung der Schulmauer für ein störungsfreies Nebeneinander gesorgt.

Die innere Raumnutzung ist bereits an der Außenhülle erkennbar. Die Gruppen­räume im ersten Stock sind an der Südfassade durch einen durchlaufenden Balkon abzulesen und auf der Nord­seite bieten Fensterbänder Einblick in die ­Zentralhalle und den daneben­liegenden Personalbereich. Farbige Kuben ­markieren die Haupterschließung über einen Windfang Richtung Westen sowie den zentralen Spielbereich im Ober­geschoss, das von innen wie von außen über Treppen und selbstverständlich auch über einen Aufzug erreicht werden kann. Zwei Gebäudeabschnitte teilen Foyer und Küchentrakt von dem Kinderhaus, das fünf Kindergruppen fasst. Hier liegen sich je zwei Gruppenräume im Erd- und Obergeschoss spiegelbildlich gegenüber und sind durch eine Farbpalette von Gelb bis Rot klar voneinander abgesetzt. Ein Flur verbindet die Gruppenbereiche mit der zweigeschossigen Halle. Im ersten Stock befindet sich der zentrale Spielbereich, der sich am Thema „Dschungel“ orientiert; eine grüne Spielbox und ein Treppengeländer in Bambus-Optik vervollständigen dieses Bild.

Ordnung durch Farbgestaltung, große Fenster, welche die Versorgung mit ­natürlichem Licht ermöglichen und intui­tive Raumaufteilung bilden ein ideales Umfeld für Kinder jeder körperlichen und geistigen Verfassung, beugen Benachteiligung mit den gegebenen baulichen Mitteln vor und erlauben bestmögliche Förderung.

© Matthias Michel
© Matthias Michel
Baujahr
2014
Bauherr
Stadt Grevenbroich
Fläche
926 m² NF
Standort
Hünseler Straße 1
41517 Grevenbroich
Deutschland
Beteiligte
Entwurf: Jutta ­Quasten-Mundt & Günter Quasten; Fotografie: Matthias Michel

Werkgemeinschaft Quasten - Mundt

Werkgemeinschaft Quasten - Mundt
Lindenstraße 31
41515 Grevenbroich
Deutschland

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