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Jens Kirchner
© Jens Kirchner
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Hörsaalgebäude Fachhochschule Osnabrück

In vielfacher Hinsicht hat das Hörsaalgebäude die Funktion eines Vermittlers inne. Lage, Nutzung und Gestaltung stellen jede für sich eine besondere Balance zwischen unterschiedlichen Gegebenheiten und Ansprüchen her und ermöglichen ein ambivalentes und produktives Umfeld wissenschaftlichen Arbeitens.

Im baulichen Kontext nimmt das Gebäude auf dem Campus die Position eines Bindeglieds zwischen Mensa und Bibliothek ein und soll so als Forum des Osnabrücker Universitätsgeländes fungieren. Für diese Rolle qualifiziert sich der Baukörper wesentlich durch den formprägenden Schnitt, der diagonal vom Erdgeschoss bis zum zweiten Stockwerk verläuft und so einen überdachten Außenraum eröffnet, der als großzügiger Aufenthalts- und Veranstaltungsort genutzt werden kann.

Über den Vorplatz, der sich unter dem auskragenden Gebäudeteil befindet, wird auch das helle Foyer erschlossen, das alle drei Geschosse miteinander verbindet. Durch seine räumliche Großzügigkeit bildet es so ein gelungenes Gegengewicht zu dem sich herabsenkenden Überbau des außenliegenden Eingangsbereichs und schafft vielfältige Blickbeziehungen zu den drei Hauptnutzungen des Gebäudes.

Die Raumaufteilung ist als effektiver und übersichtlicher Dreibund realisiert: Über dem Anschnitt des Baukörpers erstreckt sich über verschiedene Plateaus eine Kommunikations- und Lernlandschaft; der Mittelteil und die Längsseiten beherbergen Seminarräume, Fluchttreppenhäuser und das Foyer. Den Abschluss bilden die quer zur Hauptrichtung liegenden großen Hörsäle.

Auf verschiedenen Niveaus sind im Lernbereich unterschiedlich breite Schollen mit Parkett aus geräucherter Eiche aneinander gegliedert, die dem offenen Raum zu einer unaufdringlichen aber dennoch klaren Aufteilung verhelfen. Tischobjekte in Faltoptik sowie Sitzsäcke und -würfel in prägnantem Grün strahlen Kreativität aus, ohne die konzentrierte ­Atmosphäre zu beeinträchtigen. Die grüne Farbe findet sich auch in den Fensterlaibungen, an der Unterseite des Überbaus und in der unteren Schicht der zweischaligen Struktur der Außenhülle wieder und bereichert die Fassade mit lebendigen Akzenten. Mit der Farbgebung wird subtil auf die Geschichte der Hochschule verwiesen, die ursprünglich aus der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschafts­architektur hervorgegangen ist.

© Jens Kirchner
© Jens Kirchner
Baujahr
2014
Bauherr
Stiftung der Fachhochschule Osnabrück
Fläche
8.300 m² BGF
Standort
Barbarastraße 21
49076 Osnabrück
Deutschland
Beteiligte
Statik, Brandschutz, Schallschutz und Raumakustik: Kempen Krause Ingenieure; TGA: IQ Haustechnik; Lichtplanung: Lichtwerke GmbH; Außenanlagen: Lützow 7; Fotografie: Jens Kirchner

Benthem Crouwel Architects

Benthem Crouwel Architects
Bendstraße 50-52
52066 Aachen
Deutschland

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