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Cordelia Ewerth
© Cordelia Ewerth
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Hafencity Universität Hamburg

Sowohl im modernen Stadtbild der Hamburger HafenCity als auch in der besonderen wissenschaftlichen Ausrichtung der Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung ist die Motivation für ihre außergewöhnliche und wache Gestaltungsform zu suchen. Steht, wie in diesem Fall, die Nutzung eines Gebäudes in direktem Bezug zum Thema Architektur, wird seine Erscheinung unweigerlich auf eine andere Weise wahrgenommen, als es bei anderen zeitgenössischen Bauten der Fall ist.

Besonders die interdisziplinäre Ausrichtung der Hochschule, die technische und soziologische Aspekte der Stadt­entwicklung in bis dato einmaliger Form verbindet, bedingte die besondere Berücksichtigung des Zusammenspiels praktischer, ästhetischer und gesellschaftlicher Faktoren in der Entwurfs­phase.

Der Neubau zeigt in gleichem Maß ­Anspruch auf Diversität und Homogenität. Er befindet sich im Einklang mit dem landschaftlichen Kontext, der Nachbarbebauung sowie der Thematik seiner Nutzung und besitzt dennoch skulpturale Einzelwirkung. Die Außenhülle reagiert nach Nord und Süd unterschiedlich auf ihr Umfeld und vermag trotzdem den Komplex als untrennbares Ganzes zu umfassen. Der nördliche Gebäude­abschnitt ­orientiert sich an den vornehmlich glatt und nüchtern erscheinenden Fassaden, der durch Wirtschaftsbauten geprägten HafenCity. Die grau-weiße Fläche des Wärmedämmverbundsystems ist durch versetzte Fensterbänder gegliedert und aufgrund der auf dieser Seite höheren Lärmbelastung als Schallschutzfensterkonstruktion realisiert worden. Hinter der akustischen Dämmung befindet sich die mehrgeschossige Bibliothek, Labor­räume und die Zugänge zu je einem ­Foyer im Parterre und ersten Ober­geschoss des Verbindungsbaus; im ­ersten Stock lässt sich dieses mit der Aula im Nordtrakt verbinden und eröffnet so vielfältige Nutzungs­­möglichkeiten. Der Südteil verläuft entlang des Elb­ufers und öffnet sich mit angeschnitten ­aus­kragenden Brüstungselementen in Richtung Wasser.

© Robert Gommlich
© Robert Gommlich

Den Innenraum ­dominieren hier Flächen für Gruppen­arbeit, Kommunikation und gemeinschaftliche Freizeitgestaltung. Mensa und Cafeteria profitieren vom Blick auf den Kai und bilden ein ­lebendiges Gegen­gewicht zur konzentrierten Atmos­phäre der Bibliothek und der Labore im Norden. Im vierten und fünften Ober­geschoss werden beide Gebäudeteile gleichermaßen für Büros der Arbeits- und Forschungsgruppen genutzt, die durch den weiten Blick über Elbe und HafenCity besondere Qualität erhalten.

Zwischen Nord- und Südabschnitt wurde durch den Verbindungsbau eine räum­liche wie konzeptionelle Mitte ­geschaffen, welche die Haupt­erschließung des gesamten Komplexes übernimmt. Durch Schiebewände in Richtung Aula und Galerie sowie eine großzügige Treppe baut der zentrale Binnenraum ­weitläufige Blickbeziehungen auf und prägt die offene Struktur, die eine enge Vernetzung zwischen den Fachbereichen bedingen soll. Die Möglichkeit zu flexibler Raumnutzung in Verbindung mit dem harmonischen aber klar strukturierten Design schafft so ein Umfeld, das seinen didaktischen An­sprüchen gerecht wird und inter­disziplinäres Arbeiten gleichermaßen fördert wie ausstrahlt.

Baujahr
2014
Bauherr
BWF Behörde für Wissenschaft und Forschung
Fläche
30.500  m² BGF
Standort
Überseeallee 16
20457 Hamburg
Deutschland
Beteiligte
Bauleitung: DGI Bauwerk, Berlin/Hamburg; Tragwerksplanung: Ing.-Büro Dr. Binnewies Hamburg; TGA: Ing.-Ges. Ridder + Meyn mbH, Hamburg; Fotografie: Robert Gommlich , Cordelia Ewerth

CODE UNIQUE Architekten

CODE UNIQUE Architekten BDA
Katharinenstr.5
01099 Dresden
Deutschland

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