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WAP mbH und art-design Ingo Degenhart
© WAP mbH und art-design Ingo Degenhart
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Forschungsgebäude Polymer Nanostructures

Das Büro worschech bereicherte 2013 den Naturwissenschaftlichen ­Komplex der Universität Bayreuth um ein ­Gebäude, in dem heute die fachübergreifende Erforschung von Polymeren betrieben wird. Es umfasst drei Stockwerke, die fünf Schlüssellaboratorien mit dazugehörigen Büro- und Konferenz­räumen beherbergen.

Der Neubau fügt sich in den aus den 1970er Jahren stammenden, kreis­förmigen Grundriss des Campus’ der Universität Bayreuth ein. Er ist als Zweibund konzipiert und setzt sich zusammen aus einem rechteckigen Labortrakt und einem mehreckigen Gebäudeteil mit Foyer- und Galerie­bereich, welcher die polygonale Grundrissstruktur der ­umliegenden Hochschulgebäude aufnimmt. Der Haupteingang auf der Ost­seite öffnet sich mit einer ­großflächigen Glasfassade vor einem geschossübergreifenden Foyer. Von hier gelangt man in die kaskadenartig ­angeordneten ­Galerien und auf eine, aus einem Gebäudeeinschnitt ent­wickelten Terrasse, welche die öffent­­lichen Kommunikations­zonen markiert. Die horizontalen Fensterbänder in der Westfassade bilden hierzu ein Gegengewicht, an denen sich die Bereiche konzentrierten Arbeitens ablesen lassen.

Büros und Labore konnten durch das gewählte Tragwerks- und Versorgungskonzept als große, stützfreie Innenräume realisiert werden, die jede gewünschte Raumaufteilung und zusammen­hängende Flächen von bis zu 400 m² Größe ermöglicht. Der mittigen Laborzone mit den fünf „Keylabs“ ist eine Geräte- und Infrastrukturzone in Richtung des Foyerbereichs vorge­lagert; im hinteren Bereich wurden ruhige ­Arbeitsplätze zur theoretischen Ver­tiefung untergebracht.

Der Bau orientiert sich in seiner inneren und äußeren Struktur an den An­sprüchen, die an ein interdisziplinäres Forschungszentrum gestellt werden. Flexible Nutzungsmöglichkeiten der Arbeitsräume sowie umfangreiche Kommunikations- und Planungsbereiche wurden so organisiert, dass sich auch institutsfremde Nachwuchs- und Gastwissenschaftler schnell zurechtfinden und die Laboratorien nach ihren Vorstellungen ­verwenden können. Für die Architekten stellte ­fördernde und funktionale Ordnung einen wesentlichen Faktor für die Wahl der Gestaltungsmittel dar. Die für ­naturwissenschaftliche Forschung charakteristische Atmosphäre von ­Konzentration und Ruhe prägt den Neubau und verschafft ihm eine zeitlose und sachliche Wirkung.

© WAP mbH und art-design Ingo Degenhart
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Baujahr
2013
Bauherr
Freistaat Bayern; Staat­liches Bauamt Bayreuth
Fläche
2.580 m² BGF
Standort
Universitätsstraße 30
95447 Bayreuth
Deutschland
Beteiligte
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Leistner; Laborplanung: Dr. Heinekamp Labor- und Institutsplanung; Fotografie: WAP mbH und art-design Ingo Degenhart

worschech architects

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