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Christian ­Richters
© Christian ­Richters
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Campus der Hochschule für angewandte Wissenschaften

In Würzburg wurde 2011 ein von Gerber Architekten geplanter und ausgeführter gemeinsamer Campus für die beiden Fakultäten Gestaltung und Informatik /Wirtschaftsinformatik der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt fertiggestellt. Der neue Campus befindet sich unweit des Universitäts­geländes auf einem steil abfallenden Grundstück am ­Rande der städtebaulichen Bebauung. Die ­Architekten entschieden sich bei dem Entwurf für einen in den Hang gescho­benen Sockelbereich, auf dem zwei ineinander verschränkte L-förmige Baukörper ­platziert wurden.

Durch die Gegenüberstellung der Bau­körper wurde ein offener Freiraum geschaffen, welcher der Kommunikation dient und auf diese Weise gleichzeitig den Campus bildet. Der Ausblick in die offene Landschaft und die ­Topographie des Grundstücks lieferten für den Entwurf die ideale Voraussetzung, einen Dialog zwischen Architektur und Landschaft zu schaffen – was gleichzeitig als das ­zentrale Gestaltungselement des Entwurfs zu sehen ist. Durch verschiedene Blickbeziehungen zwischen den ­Gebäuden sowie das Aufständern des südlichen Gebäudewinkels, wird der Blick in die imposante Landschaft be­sonders inszeniert.

Bei der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt finden sich im Außenbereich Gemeinschaftszonen, die zum Verweilen, Sitzen und Kommunizieren einladen und die Kreativität steigern sollen. Ein Beispiel hierfür ist etwa die begrünte Campustreppe, die insbesondere im Sommer eine hohe Aufenthaltsqualität und Raum für Kommunikation bietet und aus Sicht der Architekten eine Hommage an Alvar Aalto darstellt.

Trotz des abfallenden Grundstücks sind die Gebäudeteile barrierefrei über das Hofgeschoss erreichbar. Das auskragende Dach des nördlichen Baukörpers markiert die Eingangs­situation des Campus‘. Dach und Stirnfassade wurden jeweils als gefaltetes Sichtbetonband ausgeführt, wobei dem Beton als regionale Referenz Mainsand beigemischt wurde, welcher der Fassade seine ockerfarbene Gestalt gibt.

© Prof. Dieter Leistner
© Prof. Dieter Leistner

Im Kontrast dazu stehen die gläsernen Außenwände, die sich jeweils zum Innenhof und zur Landschaft ­orientieren. Farbige Paneele in der Glasfassade rhythmisieren die ansonsten nahezu voll verglasten Längsfassaden. Im ­Innern des nördlichen Gebäudeteils befinden sich hauptsächlich ­kleinteilige Funktions­bereiche wie Büros, Übungs- und Seminarräume. Die verglasten Gebäude­längsseiten, die von ­Innen einen Blick auf den offenen Innenhof beziehungsweise direkt in die Landschaft ermöglichen, schaffen zum einen durch ihre natürliche Belichtung eine ange­nehme Arbeitsatmosphäre, zum anderen unterstützen Blickbeziehungen in die ruhige Landschaft das konzentrierte Lernen und Arbeiten. So gelang es Gerber Architekten mit dem Campus ­einen starken Bezug zwischen ­Architektur und Landschaft herzustellen, gleich­zeitig aber auch den zukünftigen Nutzern ein angenehmes Umfeld zu bieten. Denn aus Sicht des Architekten wirken sich die äußere Gestalt sowie die innere Struktur und Organisation dieses Bildungsbaus positiv auf die Lern- und Arbeitsatmosphäre aus.

Baujahr
2011
Bauherr
Freistaat Bayern vertreten durch Staatliches Bauamt Würzburg
Fläche
18.465 m² BGF
Standort
Sanderheinrichsleitenweg 20
97074 Würzburg
Deutschland
Beteiligte
Landschaftsarchitektur: Gerber Architekten in Kooperation mit Dietz und Partner; Fotografie: Christian ­Richters, Prof. Dieter Leistner

Gerber Architekten

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Tönnishof 9-13
44149 Dortmund
Deutschland

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