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Marcus Bredt
© Marcus Bredt
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Biomedizinisches Forschungszentrum

Auf dem neugestalteten Gießener Universitätscampus hinterlässt der sternförmige Grundriss mit seinen fünf verschieden­farbigen Strahlen einen markanten Eindruck. Gleichzeitig vermittelt er zwischen dem Bestand aus den 1970er Jahren und den Neubauten um den neuen Campus­hügel, der das grüne ­Zentrum der An­lage darstellt.

Mit seinem Standort an der exponierten Westecke des Geländes definiert er so die Raumkanten zur Straße und bildet den Blickfang der Universitätsbebauung.

Eine Passage durch das Erdgeschoss fungiert als Portal und verbindet den ­Campus mit der Stadt. Von hier aus gelangt man in die Foyers der drei Ge­bäude­füße mit den öffentlichen Funk­tionen. Der vierte Gebäudefuß erschließt den gesicherten Institutsbereich. Über der Passage erstreckt sich das durch großzügige ­Oberlichter ­erhellte Atrium, das von diagonalen Stegen durch­zogen wird, welche die verschiedenen ­Institute in den höheren ­Etagen ­miteinander verbinden. Hörsäle, Semi­nar­räume, Labore und Büros sind zwar räumlich voneinander getrennt, können durch die Sternform untereinander aber über kurze Wege erreicht werden. Kommunikationsflächen an den Strahlspitzen und rund um das Atrium bieten zusätzlich ausreichend Raum für den Austausch zwischen den einzelnen ­Bereichen. Der Innenraum ist mit Ausnahme der Kern­zone in den Material­farben von Beton und Metall und weißem Anstrich gehalten. Die ­Foyers und Kernzonen hingegen treten optisch mit ­farbigen Wandverkleidungen deutlich hervor, schenken jedem Bereich seinen eigenen Farbcode und ermöglichen eine intuitive Orientierung. Die Elektro- und Lüftungsinstallationen an den Decken sind offen gehalten und entsprechen damit der technischen Atmosphäre des Forschungs­zentrums. In der Außenwirkung spielt die farbliche Gestaltung eine noch präsentere Rolle. Die geschuppte Fassade besteht aus Stahlbetonfertigteilen, die mit farbig ­eloxiertem Aluminiumblech ­verkleidet sind. Jedem Gebäudearm ist eine individuelle Farbpalette zugeordnet, die durch verschiedene Abstufungen und die variierende Lichtreflexion des Metalls eine abwechslungsreiche Wirkung erzeugen. In den Übergängen zwischen den Bauabschnitten gehen die Tönungen ineinander über und schaffen so eine besondere Dynamik. Das gestalterische Konzept geht intensiv auf den naturwissenschaftlichen Kontext ein und hält die Balance zwischen exaltierter Farbigkeit und schlichtem ­Design. Der Bau strahlt Konzentration und Kreativität aus und bietet einen Ort, an dem gerne gelehrt, gelernt und geforscht wird.

© Marcus Bredt
© Marcus Bredt
Baujahr
2012
Bauherr
Land Hessen
Fläche
26.500 m² BGF
Standort
Schubertstraße 81
35392 Gießen
Deutschland
Beteiligte
Architekten: Christa Kleine (PL Bau), Bela Schwier, Sebastian Nordmeyer, Jan Trutz, Susanne ­Glöckner, Mattias Svensson, Alexander Kuhnert, Stefan Brassel; Tragwerksplanung: Reichmann+Partner; TGA: JMP / ZWP; Fotografie: Marcus Bredt

BEHLES & JOCHIMSEN

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10787 Berlin
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